Schwimmen Radfahren Laufen
hawaii

Der Triathlon-Sport ist nicht auf Hawaii erfunden worden. Die beiden Amerikaner Jack Johnstone und Don Shanahan veranstalteten am 25. September 1974 in San Diego den ersten Mission-Bay-Triathlon über Streckenlängen von knapp zehn Kilometer Laufen, acht Kilometer Radfahren und 500 Meter Schwimmen. Die Lauf- und Schwimmstrecke waren dabei in mehrere Abschnitte aufgeteilt.
46 Athleten gingen bei diesem ersten aller Triathlons an den Start und alle erreichten zwischen 55 Minuten und gut eineinhalb Stunden das Ziel.

Bekannt wurde der Triathlon-Sport jedoch erst durch den Ironman-Hawaii. Dieser wurde zum ersten Mal am 18. Februar 1978 auf Oahu/Hawaii (ab 1981 dann in Kailua-Kona/Big Island, Hawaii) ausgetragen. Zuvor hatten sich einige Sportler während der Siegerehrung eines Laufrennens in eine Diskussion verstrickt, welche Athleten wohl die ausdauernsten seien – Schwimmer, Radfahrer oder Läufer.
John Collins, ein Kommandant der amerikanischen Marine und einer der Teilnehmer des ersten Mission-Bay-Triathlons in San Diego (siehe oben), beteiligte sich an dem Streit mit dem Vorschlag, drei lokale Sportwettkämpfe aus den genannten Disziplinen zu einem Rennen zusammenzufügen. Gesagt, getan: Man einigte sich darauf, die Strecken des Waikiki-Roughwater-Swim ( 3,8 Kilometer), die des Around-Oahu-Bike-Race (180 Kilometer) und die des Honolulu-Marathons (42,195 Kilometer) zu kombinieren. Der Sieger des Rennens sollte dann der Ironman, der Eisenmann sein.

Am Premiererennen über die aberwitzig erscheinende Strecke von insgesamt 226 Kilometer beteiligen sich im Februar 1978 gerade einmal 15 Teilnehmer. Zwölf von ihnen erreichten das Ziel. Der schnellste Mann, und somit der erste Ironman der Geschichte, war der Amerikaner Gordon Haller. Er überquerte nach 11:46,58 Stunden die Ziellinie. Im Jahr 1979 startete zum ersten Mal mit Lyn Lemaire eine Frau beim Ironman. Insgesamt gingen 50 Athleten ins Rennen. Der 35-Jährige Tom Warren aus dem kalifornischen San Diego siegte in einer Zeit von 11:15,56 Stunden.

Nicht zuletzt aufgrund eines "Sports Illustrated"-Artikels meldeten sich im Jahr 1980 108 Athleten, davon zwei Frauen, für das Rennen an. Dave Scott, ein 26 Jahre alter Schwimmlehrer aus Davis in Kalifornien gewann in diesem Jahr. Seine Siegerzeit von 9:24,33 Stunden war ein Quantensprung in der Entwicklung des Rennens.

Richtig bekannt wurde der Wettkampf 1982 mit dem Drama der Julie Moss (mehr dazu im Buch 17 Stunden zum Ruhm, und unter Menüpunkt "das Buch/Buchathleten"). Die Studentin führte die Konkurrenz mit großem Vorsprung an, als sie, dass Ziel schon vor Augen, dehydriert zusammenbrach. Die Übertragung dieser Bilder machte den Ironman-Hawaii in der ganzen Welt berühmt. Auch in Deutschland fanden nun die ersten Triathlon-Rennen statt. So auch in Hückeswagen, Heimatstadt des Autors im Bergischen Land.

1983 wurde in Los Angeles zum ersten Mal ein Qualifikationsrennen zum Ironman ausgetragen. Ebenfalls zum ersten Mal wurden Startplätze per Lotterie vergeben, um einigen Hobbysportlern ein Rennen neben den besten Triathleten der Welt zu ermöglichen. Die cutoff-Zeit wurde in diesem Jahr auf 17 Stunden (siehe 17 Stunden zum Ruhm) festgesetzt.

1986 stellte ein anonymer Spender mit 100000 Dollar das erste Preisgeld zur Verfügung. Daraufhin trat auch der zwischenzeitlich zurückgetretene Dave Scott wieder an. Mit 8:28,37 Stunden unterbot er die alte Bestmarke um gute 20 Minuten. Ein Jahr später triumphierte er bereits zum sechsten Mal!

1989 kam es zum denkwürdigen "Ironwar". In einem Kopf-an-Kopf-Rennen bekämpften sich die damals beiden besten Triathleten der Welt, Dave Scott und Mark Allen, über acht Stunden lang. Erst am letzten Hügel vor der Stadtgrenze nach Kailua-Kona konnte sich Mark Allen (siehe 17 Stunden zum Ruhm, und Menüpunkt "das Buch/Buchathleten") absetzen und gewann in unglaublichen 8:09,15 Stunden seine erste Ironman-Weltmeisterschaft – nur 58 Sekunden vor Dave Scott.

1992 durchbrach die für Zimbabwe startende Paula Newby-Fraser als erste Frau die 9-Stunden-Grenze. Drei Jahre später (1995) gewann der Amerikaner Mark Allen seinen sechsten Titel und zog so mit Dave Scott gleich.

Den ersten deutschen Sieg schaffte Thomas Hellriegel (siehe 17 Stunden zum Ruhm und Menüpunkt "das Buch/Buchathleten") 1997 in seinem dritten Versuch. Als zweitem Deutschen gelang dieses Kunststück dem Mannheimer Normann Stadler (siehe 17 Stunden zum Ruhm, und Menüpunkt "das Buch/Buchathleten") 2004. Gleich ein Jahr später schrieb sich mit dem Münchner Faris Al-Sultan der dritte Deutsche in die Siegerlisten des Ironman-Hawaii ein. 2006 schaffte Normann Stadler seinen zweiten Sieg im Mekka des Triathlons, der kleinen Gemeinde Kailua-Kona/Hawaii.

Einen ausführlicheren geschichtlichen Abriss des berühmtesten Triathlonrennens der Welt finden Sie im Buch 17 Stunden zum Ruhm – Mythos Ironman Hawaii.