Montag, 19.09.2005

Fleißig, fleißig

Das war ein Wochenende. Kurz vor Herbstbeginn, zeigte sich noch einmal die Sonne. Spitze. Zudem waren meine Freunde Männi (-ich-bin-bis-in-die-Haarspitzen-motiviert) und Kosta (-ich-maul-zwar-immer-ich-kann-nicht-mehr-kann-aber-doch-noch) zu Besuch, und so konnte trainingstechnisch eigentlich nicht viel daneben gehen. Vor dem Hintergrund, dass ich am nächsten Wochenende aus beruflichen Gründen (Messe) nicht radeln kann, waren die letzten längeren Einheiten auf dem Bike geplant.



Kosta, mathias, Männi und Ben (v.l.) gut gelaunt am Samstag

Der Samstag:
Gesagt getan. Nachdem die Jungs sich am Samstag Morgen in einigen Staus rumgetrieben hatten, erreichten sie Hamburg gegen 12 Uhr Mittags. Gegen 13.30 Uhr saßen wir auf den Rädern. Kurzentschlossen hatte sich noch mein Arbeitskollege Ben (-ich-bin-total-radsportverrückt-habe-aber-wegen-Familie-keine-Zeit-zu-trainieren) zu uns gesellt, und so ging es in Vierer-Formation Richtung Deich.



Formationsflug: Kosta, Männi und Ben (v.l.) auf dem Deich

Selbigen sind wir dann ziemlich runter gedonnert – Männi bis zur Hälfte neben mir, die anderen Zwei im Windschatten dahinter. Nach der Hälfte (also 15 Kilometer des Deiches) blieb die Führungsarbeit an mir hängen, und da ich ich den Deich als Reiz fahren wollte, habe ich immer wieder versucht, die Jungs loszuwerden – ein Spiel bis zur Schnappatmung. Mit Wind von hinten, konnten sie die erste 50-Km/h-Attacke noch parieren, während ich nicht mehr wusste, ob meine Beine überhaupt noch zu mir gehörten. Aber der Erfolg ist mit den Mutigen. Also versuchte ich es zwei Kilometer vor Schluss noch einmal. Und endlich entfernte sich der Schatten von Männi erst langsam, dann immer schneller von meinen Hinterrad.



Der Fotograf hier einmal selbst im Fokus der Kamera

Am Wendepunkt waren wir dann alle ziemlich geschafft, aber zurück sollte es ja eh locker voran gehen, und die nächsten 30 Minuten hatten wir erst mal viel zu lachen, während jeder seine Erlebnisse der vergangenen halben Stunde aus seiner Sicht darlegte.



Ben (l.) als Gaststar unter den Bergischen Jungs

Während die bergischen (Heimat: Bergisches Land) Jungs schwärmten, wie schön man hier oben im Norden radeln könne („mann, das ist doch besser, als immer die Berge, wie sie bei uns sind“), rollten wir gemütlich wieder Richtung Hamburg. Weil aber alle so viel Spaß hatten, beschlossen wir, noch ein Stündchen länger zu fahren.



Frei nach kölschem Liedgut: Echte Fründe, fahr'n zusammen... (Kosta li.)

Zurück waren wir dann nach 3:43 Stunden mit 110 Kilometern auf dem Tacho. Männi (brauch ich ja nicht mehr sagen, wie der tickt) und ich sind dann noch eine Alsterrunde hinten drauf gelaufen – aber gemütlich. Insgesamt waren das also fast viereinhalb Stunden Training am Samstag. Wer kann es uns verdenken, dass wir anschließend viele, viele Nudeln gegessen haben. Außerdem waren sind wir natürlich noch ein wenig um die Häuser. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der Sonntag:
Auch am siebten Tag der Woche schien die Sonne noch mal kräftig, und wir waren nach ausgiebigem Frühstück wieder bereit aufs Rad zu steigen. Zumindest Männi und ich – Kosta entschied sich (mit Verweis auf eine noch nicht ganz auskurierte Erkältung) für eine Joggingeinheit an der Alster.

Wir hingegen wollten zur Abwechslung eine Runde im Hamburger Norden drehen. Immer nur Deich war Männi dann doch zu langweilig. So kann das gehen, gestern noch geschwärmt, und heute schon der Sache überdrüssig. Dabei ist er den Deich erst drei mal gefahren. Und ich?! Aber mich fragt ja niemand.



Männi im Renn-Setup (wollte mal neues Vorderrad Probefahren)

Im Norden Hamburgs begleitete uns ein kalter, kalter Wind, und so wurde die Runde das, was ich als harte Arbeit innerhalb des Trainings bezeichne. Erstmals stöhnte auch mein Freund ein wenig, zumal er mal wieder eine wärmende Jacke vergessen hatte. Hinzu kam, dass meine Ortskenntnisse wieder einmal zu wünschen übrig ließen, und so wurde aus der angepeilten 120er Runde (so hatte ich Männi gebrieft, obwohl ich wusste, dass es 133 werden würden) eine 143er. (Männi, bitte verzeih!)

Wir waren dann nach glatt fünf Stunden im Sattel zwar ganz schön geschlaucht, von 20 Minuten Laufen als Koppel-Einheit, hat uns unsere Müdigkeit jedoch nicht abgehalten. Und dieses Hinten-drauf-Laufen ging erstaunlich gut.



Als wären 5 Stunden Rad nicht genug: Schnell noch an die Alster

Leider war es das dann auch wieder gewesen mit dem Freundes-Wochenende. Ich war richtig traurig, als die beiden Komiker (es ist immer extrem lustig mit ihnen) wieder abreisten. Nicht traurig war ich indes, dass – nach all meinen Wochenenden in diesem Sommer, die ich Richtung Heimat gefahren bin – diesmal nicht ich derjenige war, der noch vier Stunden Autobahnfahrt vor sich hatte.

Ich musste nach dem Abschied nur noch einmal die 80 Stufen zu meiner Wohnung empor klettern, was mir schwer genug fiel.
Zu guter Letzt verrate ich noch eine kleine Sensation: Ich war heute (Montag Morgen) schon bein Schwimmen. Morgen stehts in großen Lettern in den Zeitungen: Müller schwimmt! Kaum zu glauben.

Herzlichst, mathias

Training vergangenen Woche (37. KW):
Montag: 15 Km Laufen, 1:18 Std
Dienstag: 2100 m Schwimmen + 78 Km Rad, 2:43 Std,
Mittwoch: 25 Km Laufen, 2:04 Std
Donnerstag: 12 Km Laufen, 1 Std
Freitag: Nix – hey, ich kann ja nicht immer trainieren!
Samstag: 110 Km Rad, 3:43 Std + 7,5 Km Laufen, 40 Min
Sonntag: 143 Km Rad, 5 Std + 5 Km Laufen, 23 Min
=> 17 Stunden (Jahres-High, ohne Trainingslager gesehen)

Kommentare und Trackbacks

Kosta kommentiert:

War echt ein tolles Wochenende. Nach der Dreckserkältung haben die Einheiten zwar wehgetan aber jetzt ist wieder ein Anfang gefunden. Am Deich entlang hämmern und auch mal ne 5 vorne auf dem Tacho zu haben ist mal was anderes als nur die Bergziege im Bergischen Land zu spielen, obwohl mir langfristig Berge lieber sind, denn da kann man auch mal die Beine baumeln lassen. Zum Thema rummaulen: Manchmal befreit ein wenig meckern auch und zu kleinen Sprints am Schluß hat´s der alte Grieche auch immer noch auf die Kette bekommen.
Nichts desto trotz waren die zwei Trainingstage mit meinem alten Kumpel mal wieder ein riesen Gaudi. Wäre am liebsten mit Männi noch eine Woche länger geblieben. Halt die Fahne hoch und Grüße von Deinem "Flokati-Teppichknüpfer" Kosta
Kosta | 19.09.2005 - 17:11

Raquel kommentiert:

Hallo Mathias,

wir kennen uns zwar nicht, werde aber immer wieder von Männie und Kosta auf dem laufenden gehalten, was eure Trainingseinheiten anbetrifft.
Ich finde es super das Männolito (Männie auf spanisch) und Kosta dir so die Stange halten ( auch ein kleines Kompliment an euch, chicos).
Wünsche dir viel Spaß und Durchhaltevermögen auf Hawai, du machst das schon die Jungs glauben sehr an dich, liebe Grüße aus Düsseldorf, raquel ;0)
Raquel | 20.09.2005 - 11:39

Mathias kommentiert:

Hallo Raquel,
vielen Dank für die Wünsche!! Weisst Du was: Greif Dir doch Kosta und Männi und kommt dann alle mit nach Kona. Ich würde dort eine Runde Bier ausgeben, damit die Kosten für Euch nicht zu hoch werden. Ist das ein Angebot?!! Gruß, mathias
Mathias | 20.09.2005 - 13:43

Peter Brügger kommentiert:

Hi Mathias,
einfach unglaublich: da machst Du den Computer an, surfst ein bisschen herum und siehe da... der König via Internet!
einfach unglaublich: phantastisch, dass Du es wieder geschafft hast! Alles erdenklich Gute, bin stolz auf Dich, Dein alter Freund Peter
Peter Brügger | 20.09.2005 - 22:57

Mathias kommentiert:

Hallo Peter,
Du bist die schönste Überraschung auf dieser Seite, seit es sie gibt. Ich habe noch einen Glücksdollar von Dir. Nicht den, den Du mir 1997 mit nach Hawaii mitgegeben hast, sondern den australischen. Vielleicht hilft er mir ja. Du wirst ihn eines Tages zurück bekommen.
Viele Grüße an Deine Familie, Euer mathias
Mathias | 21.09.2005 - 13:30

Kommentar zum Artikel eingeben


Preview:

Trackback URL von "Fleißig, fleißig"

Adresse per Rechtsklick kopieren und zum trackbacken in Ihrer Blogsoftware verwenden.

Artikel versenden


: