Donnerstag, 29.09.2005

Benne ist schuld!

Schuldig, schuldig, schuldig! Benne ist an allem schuld. Schuld, dass wir gestern einen sensationellen langen Lauf hingelegt haben, schuld, dass mir dieser Lauf enormes Selbstvertrauen gegeben hat, aber auch schuld, dass ich anschließend viel zu viele Erfrischungsgetränke zu mir nehmen musste, dass ich viel zu spät ins Bett gekommen bin, dass mein Schwimmtraining heut Morgen ausgefallen ist, und auch, dass mir immer noch schummrig ist.



Neuss meets Hamburg. Benne (l.) als Begleiter beim langen Lauf

Aber mal langsam und von vorne. Benne (aus Neuss, Marathonläufer; so um die 2:55 Std.) und ich haben uns gestern an der Alsterperle zum langen Lauf getroffen. Ich war so froh, dass bei meinem letzten Jogg von dieser Sorte jemand dabei war. Denn irgendwie fallen einem die letzten wichtigen Trainingseinheiten doch immer am schwersten. Wir sind sofort recht zügig los, und als wir erst mal am Flughafen waren, hatten wir ein Tempo drauf, mit dem man einen Marathon bestimmt unter drei Stunden gelaufen wäre.



Viel, viel Weg in nur knapp über zwei Stunden. Schnellster Lauf der Saison

Noch nie in diesem Jahr bin ich in knapp mehr als zwei Stunden (siehe Uhr) so weit auf meiner Wendepunktstrecke vorgedrungen. Und selbst der Rückweg, den wir aufgrund der Dunkelheit langsamer gestalten wollten, konnte sich noch sehen lassen (wobei "sehen lassen" an dieser Stelle die falsche Wortwahl ist, weil es so dermaßen stockdunkel war, dass wir den Weg an manchen Stellen nur noch erahnen konnte).



Gespenstig: Dunkel und nebelig am Flughafen

Auf jeden Fall lief das gestern Abend alles wie eine Eins. Und als ich auf den letzten Metern war, hatte ich so Gedanken wie "jetzt kann der verdammte Wettkampf kommen, den mach ich fertig!" oder "ich renn sie alle platt auf Hawaii!" – naja, was man halt so denkt, wenn man sich mal für einige wenige Minuten für unschlagbar hält (leider verpufft dieses Selbstbild meist nach kurzer Zeit).

Natürlich war klar, dass wir die schöne Einheit mit einem Weizenbier an der Perle abrunden mussten. Also ab unter die Dusche, rein in die Klamotten und ran an die Stehtische. Von der Alsterperle, wo es uns dann jedoch schnell zu kalt wurde, ins Seria A, eine Bar, in welcher der Schwergewichts-Boxkampf von Luan Krasniqi gegen Lamon Brewster gezeigt wurde. War das spannend!! Einen solchen Schwergewichtskampf hat es lange nicht mehr zu sehen gegeben. Und was für ein Kämpferherz Krasniqi zeigte – wahnsinn. Mir war sofort klar, so wie er will ich auf Hawaii auch kämpfen. Auch wenn mir alles weh tut, ich werde kämpfen. Immer weiter und weiter.
Fürs erste jedoch musste ich mit den Weizengläsern kämpfen, die Benne mir immer wieder vor die Nase stellte. Und weil der Boxkampf so spannend war, und weil ich gerade in solcher Kämpferlaune war, wurden das immer mehr und mehr. Wieviele? Oje, darüber will ich eigentlich nicht schreiben. Es könnte eins mehr gewesen sein als Sechs. Oder eins weniger als Acht.



Auf Hawaii! Gemütliches Bier nach sensationellem Lauf

Kein Wunder also, dass Schwimmen heute Morgen ausfallen musste. Ich habe jedoch beschlossen, mich nicht über mich aufzuregen. Schuld hat schließlich Benne! Und, hey, was soll es – habe ich nicht zuvor den letzten langen Lauf mit Bravour absolviert? Und habe ich nicht rund zwanzig dieser Läufe in meiner Vorbereitung aufs Parkett gelegt? Und ist das nicht Grund genug, kurzzeitig Sieben gerade beziehungsweise schmecken zu lassen? Ich meine ja.

Und Benne? Benne ist an allem schuld. Aber ich will ehrlich sein. Es gibt immer einen "Benne". Sei es in Form einer anderen Person, sei es in Form eines schönen Ereignisses, oder auch nur in Form einer guten Laune, die mich aus dem Nichts heraus anspringt. Es gibt tausend gute Gründe, nicht immer einhundertprozentig auf das Training oder die gesunde Ernährung zu achten. Und wozu auch. Unter dem Strich muss die Rechnung aufgehen. Und bei mir muss da neben dem sportlichen Erfolg (Wer fährt nach Hawaii? Der mathes, der mathes!) ein großes Maß an Spaß stehen – gute Zeiten mit Freunden, mit Fremden und mit mir selbst.

Vor diesem Hintergrund möchte ich Benne hiermit die Absolution erteilen. Und wenn er an etwas schuld hatte, dann daran, dass wir an den gestrigen Tag noch lange denken werden. Und das ausschließlich im positiven Sinne.

Herzlichst, mathias

Kommentare und Trackbacks

Thomas Marx kommentiert:

...und wer fährt auch nach Hawaii? Der Thomas, der Thomas!!!!
An alle die es wissen oder nicht wissen wollen, mir egal. Ich freu mich so riesig darauf, schwebe mehr als das ich laufe. Werde den Jungen für alle Daheimgebliebenen so richtig anfeuern.

Mathes das wird ein Riesending!!!!!!!!!

Thomas
Thomas Marx | 29.09.2005 - 11:50

Mathias kommentiert:

Der Thomas, der Thomas!
Ja, der fährt mit uns nach Hawaii. Und er hat allen Grund, sich darauf zu freuen. Denn Hawaii ist Inspiration! Ich erinnere nur an meinen großen Bruder Stefan, der 1997 mit mir dort war, und in Folge rund 15 Kilo abgespeckt hat und eineinhalb Jahre später in Roth seinen ersten Ironman absolvierte und dieses Jahr (mit immerhin 46 Jahren) in Zürich seinen Eisen-Status erneuerte.
Thomas, ich bin jetzt schon gespannt, was Hawaii für Dein Leben bringen wird.
Aloha - wir kommen! Gruß, mathias
Mathias | 29.09.2005 - 12:00

Thomas kommentiert:

Ich auch!
Aber erst bist Du dran.
Aloha
Thomas | 29.09.2005 - 13:00

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